| Geschichte |
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| Geschrieben von Ewald Jaksch | |
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Das ZENTRUM ist die Partei der christlichen Mitte. Es leitet Rechte und Pflichten des einzelnen Menschen wie der Völker innerhalb der menschlichen Gemeinschaft vom gottgegebenen Naturrecht und Sittengesetz ab. Dieses Naturrecht verbürgt Leben und Eigentum wie das Sittengesetz Gerechtigkeit und Freiheit. Für diese Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit arbeiten wir, getreu der mehr als hundertjährigen Geschichte der Zentrumspartei für eine christliche Mitte und die Verwirklichung des sozialen Rechtsstaates. Abriß der ZentrumsgeschichteDas „ZENTRUM" ist die ältesten deutsche Partei. Ihre Anfänge gehen auf das Revolutionsjahr 1848 zurück. Nach einigen „Vorläufern" in Hessen, Baden, Württemberg und vor allem in Preußen erfolgte die eigentliche Gründung der Deutschen Zentrumspartei am 28. Oktober 1870 mit der Verkündigung des „Soester Programms". Föderalismus, Freiheit in der Ausübung des religiösen Bekenntnisses und sozialer Fortschritt ohne Sozialismus waren die Leitgedanken dieses ersten Zentrumsprogrammes. Im „Kulturkampf" der 70er Jahre hat die Zentrumspartei Rechte und Freiheiten der Kirche gegenüber dem preußischen Obrigkeitsstaat erfolgreich verteidigt. Nicht unwichtig scheint es, heute darauf hinzuweisen, daß das ZENTRUM bereits in den ersten Jahren seiner parlamentarischen Tätigkeit auch für die Freiheit der damaligen Minderheiten, der Juden und Polen und auch der Sozialdemokraten eingetreten ist und dafür den Spott seiner politischen Gegner besonders von rechts auf sich gezogen hat. In ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte hat die Deutschen Zentrumspartei viele Abgeordnete, Minister, Ministerpräsidenten und Kanzler gestellt, wie Ludwig Windthorst, Georg von Hertling, Konstantin Fehrenbach, Joseph Wirth, Wilhelm Marx und Heinrich Brüning. Im Auf und Ab der Weimarer Republik war das Zentrum stets die staatstragende und staatsbejahende Partei der Mitte und des Ausgleichs zwischen rechts und links. Bis zur erzwungenen Selbstauflösung 1933 hat das ZENTRUM fast allen Regierungen angehört, so daß ein Historiker das ZENTRUM als die „Konstante von Weimar" bezeichnet hat. Nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus wurde das ZENTRUM wiederbegründet. Viele frühere Zentrumsangehörige, insbesondere des rechten Zentrumsfügels, die 1933 vorschnell dem Ermächtigungsgesetz zugestimmt hatten, schlossen sich nach 1945 mit ehemaligen Mitgliedern der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und anderen Rechtsgruppen in einem „christlich" verbrämten Sammelbecken zu einer „neuen Rechtspartei" zusammen. Mit diesen Kreisen aber wollten viele Zentrumsdemokraten nicht mehr gemeinsam Politik machen. Die Wiederbegründung des ZENTRUMS erfolgte auch nicht, wie oft gesagt wird, aus Gegnerschaft eines Zusammengehens katholischer und evangelischer Christen in der Politik, sondern wegen der vorhersehbaren Rechtslastigkeit der Union, ihrer praktischen Wertneutralität in weltanschaulich relevanten Fragen und in ihrer mangelnden Bereitschaft zu einem neuen sozialen und gesellschaftlichen Anfang ohne Restauration. Diese Entwicklung der Bundesrepublik im allgemeinen und die der CDU im besonderen haben die Richtigkeit und Notwendigkeit der Wiederbegründung des ZENTRUMS nachhaltig bestätigt. Wenn die Deutsche Zentrumspartei nach 1945 in ihrer politischen Wirksamkeit nicht mehr an frühere Zeiten hat anknüpfen können, so liegt das neben der Zulassungspraxis der Alliierten vor allem an dem historischen Beschluß der westdeutschen Bischöfe, die sich auf ihrer Konferenz am 2. August 1946 in Werl unter Vorsitz von Kardinal Frings „aus taktischen Gründen für die CDU und gegen die Deutsche Zentrumspartei festlegten; ferner an der von der CDU-Regierung betriebenen Verschärfung der 5 % Klausel und an dem bewußten Totschweigen des ZENTRUMS in Presse, Funk und Fernsehen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen hat die Deutsche Zentrumspartei an ihrer politischen und organisatorischen Selbstständigkeit festgehalten und wird dies auch weiterhin tun. Sie hat in Gesetzgebung und Verwaltung die christlichen Grundwerte und die christliche Soziallehre mit Erfolg zur Geltung gebracht, wo immer sie in den Parlamenten vertreten war. Im Frankfurter Wirtschaftsrat hat das ZENTRUM anstelle der freien Marktwirtschaft eine Soziale Marktwirtschaft verlangt. Im Parlamentarischen Rat hat es das Grundgesetz mitgestaltet. Auch die Landesverfassungen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen tragen die Handschrift des ZENTRUMS. In Nordrhein-Westfalen, wo das ZENTRUM den ersten Ministerpräsidenten Rudolf Amelunxen stellte, hat es zusammen mit der CDU die auf dem Elternrecht aufgebaute Verfassung in einer Volksabstimmung durchgesetzt. In NRW galt das ZENTRUM immer als „die Partei des Elternrechts". Bis 1958 war das ZENTRUM in allen Landesregierungen Nordrhein-Westfalens vertreten. Es arbeitet bis heute in den kommunalen Parlamenten des größten Bundeslandes. Im Rahmen des ihr Möglichen versucht die Deutsche Zentrumspartei, die ZENTRUMSIDEE lebendig zu erhalten und wirksam zu vertreten, weil sie davon überzeugt ist, daß eine Demokratie ohne wertbezogene und wertbeständige Mitte auf Dauer nicht überleben kann und weil es für das ZENTRUM nun einmal keinen Ersatz gibt. |
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